Die Außenlandung wird meist mit einer Notlandung verwechselt. Dabei gehören Außenlandungen zum Alltag der Segelflieger und werden umsichtig vorbereitet.
Warum müssen Segelflieger manchmal außenlanden?
Die Antriebsquelle für den Segelflug ist die Sonnenenergie. Die Sonneneinstrahlung bewirkt über der Erde das Entstehen von Thermik, erwärmter Luft also, die vom Boden aufsteigt. Diese thermischen Aufwinde macht sich der Segelflieger zunutze. Kreisend gewinnt er in ihnen Höhe. Im anschließenden Gleitflug kann er kilometerlange Strecken zurücklegen, wobei sein Flugzeug immer tiefer sinkt. Im nächsten Aufwind muß er sich neue Höhe "holen". Aber Aufwinde sind nicht überall. Verpaßt er das nächste Steigen oder ist die Thermik aufgrund einer Wetterveränderung "eingeschlafen", muß sich der Pilot zur Außenlandung entschließen.
Wie macht man eine Außenlandung?
Hat sich der Pilot zu einer Außenlandung entschlossen, hält er Ausschau nach einem geeigneten Landefeld. Das kann z.B. ein gepflügter Acker, ein abgeerntetes Getreidefeld oder eine große Wiese sein. Hat sich der Pilot entschieden, umfliegt er erst einmal das vorgesehene Landefeld. Er prüft, ob die Fläche frei ist von querliegenden Gräben, Zäunen, Leitungen, landwirtschaftlichen Geräten, Strohballen usw. Der Anflugweg muß ebenfalls hindernisfrei sein. Scheint alles in Ordnung zu sein, fliegt der Pilot seine Landeeinteilung, wie die Flieger ihr Landeverfahren nennen, als würde er auf einem Flugplatz landen.
Gibt es bei Außenlandungen nicht doch manchmal Bruch?
Leider ja. Der Wind kann z.B. gedreht haben - er sollte zur Landung immer von vorn kommen - oder vom Piloten falsch eingeschätzt worden sein. Das Flugzeug kann schon zu niedrig sein, um noch in den Landeacker "hineinzukommen". Oder es ist zu hoch, um am Beginn des Feldes aufzusetzen. Oder der Feldbewuchs ist zu hoch und kann Schwierigkeiten bereiten. Beim Ausrollen kann ein großer Stein oder ein Erdloch auftauchen. Alle diese Gründe können zu Schäden am Segelflugzeug führen. Wirklich schwere Unfälle kommen dabei jedoch äußerst selten vor.
Darf der Segelflieger überall landen?
Grundsätzlich ja. Per Gesetz gilt jede Außenlandung eines Segelflugzeuges von vornherein als genehmigt. Der Pilot sorgt vor dem Flug für eine Rückholmannschaft, die ihn und das Flugzeug mit einem Transportanhänger vom Außenlandeplatz abholt.
Wie kommt das außengelandete Segelflugzeug zum Heimatflugplatz zurück?
Mit dem Transportanhänger hinter einem PKW. Die Rückholmannschaft ist per Funk oder Telefon von dem Piloten über den Außenlandeort informiert worden und holt ihn ab. Moderne Segelflugzeuge sind in zehn Minuten abgerüstet und im Transportanhänger verstaut. Und schon ist das Gespann auf dem Heimweg.
