Da Segelflugzeuge im Vergleich zu Motorflugzeugen eine extrem gute Gleitzahl haben, gäbe es ohne Bremsklappen erhebliche Probleme beim Landen. Wenn ein Segelflugzeug am Anfang des Flugplatzes noch 50m hoch ist, dann wäre es selbst nach 1km noch nicht am Boden. Das ist zum Landen natürlich nicht vertretbar. Deshalb besitzen Segelflugzeuge an jedem Flügel Bremsklappen. Im Prinzip sind das "Bretter", die man mit dem Bremsklappenhebel im Cockpit aus der Tragfläche nach oben ausfährt. Je nach Flugzeug ist eine Bremsklappe zwischen 50cm und 1m breit und kommt voll ausgefahren bis zu 25cm aus dem Flügel heraus. Einige ältere Flugzeuge besitzen zusätzlich noch auf der Unterseite der Tragflächen Bremsklappen, die mit den oberen zusammen angelenkt werden. Man sollte nicht glauben, was für eine enorme Wirkung solche Bremsklappen erzielen. Die Gleitzahl geht unter 1/10 zurück. Das liegt daran, dass solche Bretter bei 100km/h schon eine erhebliche Bremswirkung erbringen und außerdem der Auftrieb der Tragflächen im Bereich der Bremsklappen komplett zusammenbricht. Zulassungskriterium eines neuen Segelflugzeuges ist es, dass es seine zulässige Höchstgeschwindigkeit bei einem Flug 45 Grad nach unten mit voll ausgefahrenen Bremsklappen nicht überschreitet.
