Das Cockpit eines Segelflugzeuges ist relativ einfach ausgelegt. Es besitzt kaum mehr Instrumente, als ein Auto. Zentrales Steuerelement im Cockpit ist der Steuerknüppel. Dazu kommen dann noch die beiden Pedale zur Ansteuerung des Seitenruders, die bei Segelfliegern genauso wichtig sind wie der Knüppel. Außerdem gibt es auf der linken Seite noch einen Bremsklappenhebel, der bei jedem Flugzeug blau ist. Meist auch auf der linken Seite oder in der Mitte sitzt die gelbe Ausklinkvorrichtung, um das Schleppseil im Winden- bzw. Flugzeugschlepp auszuklinken. Auf der rechten Seite des Cockpits befindet sich bei Flugzeugen mit Einziehfahrwerk der Hebel um das Fahrwerk ein- und auszufahren. Ein grüner Hebel, der bei jedem Flugzeug woanders sein kann, ist für die Trimmung zuständig. Damit kann man im Prinzip eine bestimmte Fluggeschwindigkeit voreinstellen, die man dann aber wieder ganz normal mit dem Steuerknüppel ändern kann.
Der Instrumentenpilz
Im Instrumentenpilz befinden sich alle nötigen Fluginstrumente, er hat seinen Namen von der meist pilzförmigen Form.
Es ist übrigens kein Problem, ein Segelflugzeug komplett ohne Instrumente sicher zu landen. Selbst bei einem äußerst unwahrscheinlichem Totalausfall der Instrumente besteht kein Anlaß zur Sorge.
Der Faden
Das einfachste und zugleich wichtigste Instrument der Segelflieger ist der Faden. Es ist ein einfacher Wollfaden, den man vorne auf der Plexiglashaube befestigt und der im Flug genau anzeigt, ob man sauber fliegt. Hängt der Faden nach rechts oder links, dann fliegt man leicht seitwärts. Da der Rumpf des Flugzeuges nun auch von der Seite angeblasen wird, bremst er das Flugzeug leicht ab. Da das nicht wünschenswert ist, ist der Segelflieger immer darauf bedacht, den Faden in der Mitte zu halten, dafür hat er seinen Steuerknüppel und die Pedale.
Kompass
Der magnetische Kompas besteht aus einer Kugel, in der ein Magnet eingebaut ist. Die Kugel schwimmt in einer Flüssigkeit und ist somit leicht drehbar. Da in unseren Breiten die Magnetfeldlinien schräg von oben nach unten gehen, ist in der Kugel zusätzlich ein Gegengewicht angebracht, damit sie sich waagerecht dreht und nicht überschlägt. Doch dieses Gewicht macht den Kompass im Kurvenflug weitgehend unbrauchbar, da das Gewicht durch die Fliehkraft immer nach außen gezogen wird. Der Kompass zeigt dann alles mögliche an, nur nicht die richtige Richtung. Da Segelflieger aber nur in Ausnahmefällen ohne Sicht nach außen fliegen, kann man in den Kurven getrost auf den Kompass verzichten.
Fahrtmesser
Ein Laie würde Tacho dazu sagen, in der Luftfahrt wird aber nur der Begriff Fahrtmesser benutzt. Irgendwo außen am Flugzeug ist ein kleines Rohr angebracht, das nach vorne zeigt und in das die Luft im Flug hineinbläst. Dadurch entsteht in diesem Rohr, das über einen Schlauch mit dem Fahrtmesser verbunden ist, ein Überdruck, den der Fahrtmesser messen kann und als Fahrt anzeigt.
Variometer
Das Variometer (Vario) zeigt an, ob das Flugzeug steigt oder sinkt. Es misst im Prinzip ständig den Luftdruck und zeigt an, wenn er sich ändert. Es zeigt das steigen und sinken in Meter pro Sekunde an.
Höhenmesser
Der Höhenmesser funktioniert genauso wie ein ganz normales Barometer. Auf der Anzeige steht dann aber nicht "schlechtes Wetter, schönes Wetter" sondern die Höhe in Metern, bei Motorflugzeugen meist in Fuß. Der Höhenmesser besitzt zwei Zeiger, der eine zeigt die 100m an, der andere die 1000m. Wenn sich der große Zeiger einmal im Kreis bewegt hat, dann steht der kleine Zeiger auf 1, was 1000 Meter Höhe bedeutet. Die meisten Höhenmesser gehen bis 10 000 Meter und fangen dann wieder bei 0 an. Da sich der Luftdruck je nach Wetterlage auch am Boden verändert, besitzt das Instrument einen Dreher, mit dem man den Höhenmesser auf 0m oder andere beliebige Höhen einstellen kann.
Elektrisches Variometer
Das E-Vario ist neben dem Funkgerät das einzige Instrument, das Strom benötigt. Dazu benutzen wir aufladbare Blei-Gel-Akkus.
Dieses Instrument zeigt das gleiche an, wie das normale Variometer, allerdings reagiert es schneller und zeigt das Steigen und Fallen zusätzlich akustisch an. Wenn das Flugzeug fällt, dann gibt das Vario ein tiefes brummendes Geräusch von sich, wenn man steigt, dann piepst es wie wild in den höchsten Tonlagen. Je höher das Gepiepse ist, desto schneller steigt das Flugzeug, je tiefer das Gebrumme, desto schneller nähert man sich der Erde.
Libelle
Die Libelle funktioniert so ähnlich wie eine Wasserwaage. Sie zeigt einfach nur an, ob man gerade fliegt oder schief in der Luft hängt. In sauber geflogenen Kurven bleibt die schwarze Kugel in der Mitte das Glasrohres. Die Libelle wird in der Regel aber nie benutzt, der Faden leistet in dieser Hinsicht wesentlich bessere Dienste.
Funkgerät
Das Funkgerät bezieht seinen Strom aus einem aufladbaren Blei-Gel Akku. Flugfunk arbeitet auf Frequenzen zwischen 118 - 136.975Mhz. Prinzipiell kann man damit auch mit den großen Jets funken. Zwei Vereinsmitglied, die bei der Lufthansa große Airbus fliegen, grüsten uns auf diese weise schon des öfteren bei dem überfliegen unseres Platzes.
